
Ralph Kühnl
Ich übersetze zwischen Welten, die einander nicht zuhören.
Das ist keine Marketingformel, sondern eine ziemlich treffende Beschreibung dessen, was ich seit dreißig Jahren tue: zwischen Fachleuten und Publikum, zwischen Geschäftsführung und Belegschaft, zwischen dem, was technisch möglich ist, und dem, was Menschen akzeptieren.
Ich habe als Journalist gelernt, komplizierte Sachverhalte so zu erzählen, dass sie ankommen. Als Geschäftsführer habe ich erlebt, was passiert, wenn eine Organisation eine Veränderung nicht mitträgt. Und im Studium habe ich mich neben Geschichte, Politischer Wissenschaft und Fachjournalismus für Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Change Management entschieden – lange bevor das ein Beratungsprodukt wurde.

Warum die Reihenfolge der Vorteil ist
Ein reiner Technikberater kann erklären, was ein Modell kann, aber nicht, warum die Belegschaft es liegen lässt. Ein reiner Compliance-Berater kennt die Regeln, aber nicht den operativen Druck, unter dem Entscheidungen fallen. Meine Kompetenz entsteht nicht aus einem dieser Felder, sondern aus ihrer Reihenfolge.
Journalismus & TV
Dreißig Jahre darin, Komplexes so zu erzählen, dass es ankommt – und Menschen zu erreichen, die nicht erreicht werden wollen.
Führung & Geschäftsführung
Acht Jahre Gesamtverantwortung. Ich kenne den operativen Druck, unter dem eine gute Idee auf eine Organisation trifft, die nicht will.
Change Management
Von der Diplomarbeit 2009 bis zu heutigen Einführungen – Veränderung ist keine neue Disziplin für mich, sondern eine siebzehn Jahre alte Linie.
KI-Beratung
Aktuelle Methodik, fachlich zertifiziert und in der eigenen Praxis erprobt. Das jüngste Glied der Kette, nicht ihr Anfang.
Diese vier Stationen sind keine vier Berufe nacheinander. Sie sind die eine Kompetenz, die ein Technik- oder Compliance-Berater nicht mitbringt: KI so einzuführen, dass Management, Belegschaft und Technik dieselbe Sache meinen.

Warum KI
2025 habe ich mich entschieden, ein neues Feld nicht kommentierend zu begleiten, sondern es zu lernen. Mit 54.
Abschluss
KI-Analyst in Vollzeit, abgeschlossen im Juli 2026 mit 358 von 360 Punkten.
Laufend
Aufbaumodule KI-Berater sowie KI-Agenten und Prozessautomatisierung – insgesamt 460 Unterrichtseinheiten bis September 2026.
Inhalte
Sprachmodelle und ihre Grenzen, Prompt Engineering, Toolbewertung, Geschäftsprozessautomatisierung, Wissensbasen, EU AI Act und DSGVO.
Angewandt nutze ich diese Werkzeuge allerdings schon seit 2022 – vom Sprachmodell über Bild- und Stimmgenerierung bis zur Automatisierung ganzer Arbeitsketten. Die Weiterbildung hat aus Routine eine Systematik gemacht.
Was mir dabei wichtiger war als die Note: Ich habe gelernt, KI-Ergebnissen zu misstrauen. Quellen zu prüfen. Zu erkennen, wo ein Modell überzeugend klingt und trotzdem falsch liegt. Es ist diese Skepsis, die Organisationen bei der Einführung von KI am dringendsten brauchen – und bekommen sie am seltensten.
Nicht nur Theorie
Parallel habe ich ein zweites Unternehmen aufgebaut: eine Hundeschule mit eigener, selbst entwickelter Kundenverwaltung – GoBD-konform, im täglichen Einsatz. Ein kleines System, aber ein echtes. Es ist der härteste Beleg dafür, dass Digitalisierung bei mir nicht bei der Präsentation aufhört.
Worum ich mich als Geschäftsführer gekümmert habe
Ich war über drei Jahrzehnte beim Rhein-Neckar Fernsehen – ab 1995 als freier Mitarbeiter, dann Volontär, Redakteur, Moderator, Chef vom Dienst und Projektleiter, ab 2017 als Geschäftsführer, ab 2019 als alleiniger, zuletzt als Chefredakteur und Programmleiter bis zur Einstellung des Sendebetriebs am 31. Januar 2026.
Diese Reihenfolge ist wichtiger, als sie aussieht. Ich kam nicht als Sanierer von außen in ein Haus, dessen Leute mir fremd waren. Ich habe eine Organisation umgebaut, in der ich zwanzig Jahre lang selbst am Schnittplatz und vor der Kamera gestanden hatte – und Menschen durch Veränderung geführt, mit denen ich vorher Schulter an Schulter gearbeitet hatte. Wer von außen kommt, hat es dabei leichter.
In den acht Jahren als Geschäftsführer bestand die Aufgabe im Kern darin, ein Medienunternehmen durch eine Zeit zu steuern, in der sich das Publikumsverhalten schneller veränderte als die gewachsenen Strukturen.
- Die Organisation an eine Medienwelt anpassen, in der Fernsehen nur noch einer von mehreren Ausspielwegen ist
- Journalistische Inhalte auf Social-Media-Plattformen bringen – eingebaut in die bestehenden redaktionellen Abläufe statt als Zusatzaufgabe nebenher
- Neue Sendeformate entwickeln und alte auslaufen lassen
- Digitale Werkzeuge einführen und eine gemeinsame Arbeitsumgebung schaffen, in der Redaktion, Technik und Verwaltung tatsächlich zusammenarbeiten
- Mediathek, Smart-TV- und Smartphone-Anwendungen aufbauen
- Ein Team durch Restrukturierung führen, ohne die Motivation zu verlieren
- Die Interessen privater Regionalsender gegenüber Landespolitik und Aufsichtsgremien vertreten
Das Publikum ist in dieser Zeit gewachsen, die Abläufe sind schneller und die Kosten niedriger geworden. Wen die konkreten Zahlen dahinter interessieren, dem lege ich sie gern in einem Gespräch offen – hier auf der Website wären sie nur Dekoration.
Veränderung wurde für mich auch nicht erst zum Thema, als ich in die Geschäftsführung kam. Schon in den Jahren davor habe ich Technologiesprünge im Haus mit aufgesetzt und verantwortet – etwa die Einführung eines digitalen Newsroom-Systems. Das war weit mehr als eine Softwareumstellung: Es stellte redaktionelle Abläufe um, die seit Jahren eingespielt waren, und verlangte von erfahrenen Kolleginnen und Kollegen, einen Teil ihres Handwerks neu zu lernen. Wer das einmal begleitet hat, unterschätzt nie wieder, was ein neues Werkzeug mit einer Organisation anstellt.
2009 habe ich dasselbe Thema akademisch bearbeitet. Meine Diplomarbeit zum Betriebswirt behandelte die Gestaltung eines Veränderungsprozesses in einem Medienunternehmen – bewertet mit 1,3. Change Management ist für mich also kein Feld, das ich nach dem Senderende entdeckt habe, sondern eine Linie, die sich durch siebzehn Jahre zieht.
Am 31. Januar 2026 wurde der Sendebetrieb eingestellt.
Ich habe diese letzte Phase als Chefredakteur und Programmleiter verantwortet und den Betrieb geordnet zu Ende gebracht – bis zuletzt mit vollem journalistischem Anspruch, wie die Landesanstalt für Kommunikation dem Team ausdrücklich bescheinigt hat. Ein Abschied ist keine Referenz, die man sich aussucht. Aber wer wissen will, wie jemand unter Druck führt, erfährt in solchen Monaten mehr als in guten Jahren.
Ich nenne diese Stationen nicht aus Rückschau, sondern weil sie eine Frage beantworten, die man einem Berater stellen sollte: Hat er das, wovon er spricht, selbst schon einmal verantwortet?
Auszeichnungen
Fünf Medienpreise der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK), in den Kategorien Reportage, Hintergrund, Videojournalismus, Moderation und Regionalberichterstattung.
Zuletzt 2026 für „Amokfahrt in Mannheim – der Tag danach“, Kategorie Lokale und Regionale TV-Berichterstattung. Aus der Begründung der Jury:
„Der Beitrag zeigt eindrucksvoll, wie verantwortungsvoller Lokaljournalismus in einer besonderen Lage funktioniert. Vielschichtig, sensibel und ohne Sensationslust ordnet die Berichterstattung die Ereignisse ein, gibt Betroffenen eine Stimme und schafft Orientierung für die Menschen in der Region.“
2014 für die videojournalistische Reportage „Auf den Spuren des Internet of Things“ aus dem Jahr 2013 – ein Thema, über das damals kaum jemand sprach. Der Reflex, sich früh mit Technik zu beschäftigen, die noch niemand ernst nimmt, ist offenbar geblieben.
Berufsstationen
- seit 02/2026 – polisMEDIA, Heidelberg: freiberufliche Beratung für Veränderung, Kommunikation und Medien
- 1995 – 2026 – Rhein-Neckar Fernsehen, in dieser Reihenfolge: freier Mitarbeiter ab 1995, Volontariat 1998, danach Redakteur, Moderator und Chef vom Dienst · Projektleiter für Unternehmensproduktionen, darunter dreizehn Jahre Konzernkommunikation der BASF SE · Geschäftsführer der RNF GmbH ab 2017, ab 2019 allein · zuletzt Chefredakteur, Programmleiter und Technischer Leiter der RNF Pro GmbH bis zur Einstellung des Sendebetriebs am 31.01.2026
- seit 2000 – Lehrbeauftragter und Dozent: Fernseh- und Onlinejournalismus, Krisenkommunikation, PR, Medientraining
- 1994 – 1998 – Freier Autor, SWR Landesschau Rheinland-Pfalz, Studio Mainz
- ab 1991 – Erste journalistische Arbeiten für den Mannheimer Morgen
Was mich auszeichnet
Strategie und Operative
Strategisches Denken und operative Erfahrung.
Technik ohne Betriebsblindheit
Technisches Verständnis, ohne die Perspektive der Anwender zu verlieren.
Anspruch und Handwerk
Gesellschaftlicher Anspruch und professionelles Handwerk.
Verwurzelt und vernetzt
Regional verwurzelt, national vernetzt, auf Englisch anschlussfähig.
Und was Sie noch wissen sollten
Ich war Profi-Eishockeyspieler, beim Mannheimer ERC und beim EC Bad Nauheim. Das erklärt vermutlich mehr über meine Arbeitsweise als jede Zertifikatsliste: Man steht wieder auf, man spielt die Scheibe dorthin, wo der Mitspieler gleich sein wird, und man weiß, dass niemand allein gewinnt.
Sitz: Heidelberg, Rhein-Neckar-Region · bundesweit und remote tätig